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06. November 2021 | Kultur|0|

Verwinkelte Gässchen, geschichtsträchtige Fachwerkhäuser, belebte Plätze mit zahlreichen Cafés und romantische Weiher, all das umfriedet von einer Stadtmauer, die in Zeiten des 30- Jährigen Krieges die Stadt vor feindlichen Angriffen schützte. Dieser Rundweg zeigt dir die schöne Altstadt Dinkelsbühl und Ihre Türme mal von einer anderen Seite.

WörnitztorVon den 60 Türmen der damaligen Zeit sind heute dank der Denkmäler-Gesetzgebung von König Ludwig I von Bayern noch 14 Türme und vier Stadttore erhalten und können auf einem entspannten Spaziergang auf rund 2,5 Kilometern Länge entlang der Befestigung  bewundert werden. Etwas abseits der typischen Touristenspots lohnt sich diese Tour wirklich, denn hier kommt so schnell keine Langeweile auf. Die Türme sind vielfältig in Gestalt und Form: kantig, halbrund oder rund, mit Walmdach, Zeltdach oder Satteldach- und warten nur darauf von dir entdeckt zu werden.

Wir starten unsere Tour am ältesten der vier Stadttore, dem Wörnitztor. Es wurde im Jahr 1280 errichtet, im 14. Jahrhundert erhöht und erhielt seine heutige Form mit dem Renaissancegiebel mit Glockenturm im 16. Jahrhundert. Seinen Namen erhielt es vom nahe gelegenen Fluß Wörnitz und an seiner orangen Fassade kann man das Dinkelsbühler Stadtwappen entdecken.

Weiter geht es in südöstlicher Richtung entlang des Mühlgrabens. Mit Blick auf die Wörnitzinsel bilden der Dreigangsturm, der Henkersturm und der Bäuerlinsturm beliebte Fotomotive für Fotografen und Maler. Der Henkersturm ist ein quadratischer Steinbau mit Zeltdach und wurde nach dem Jahr 1372 errichtet. Der Turm diente als Übernachtungsmöglichkeit für angereiste Henker, die bei Bedarf aus den Nachbarstädten angefordert wurden. Der Dreigangsturm hat rechts eine kleine Bastei in seiner Nachbarschaft, die früher zusätzlich zur Abwehr diente. Als Wahrzeichen der Stadt Dinkelsbühl ragt einige hundert Meter weiter der Bäuerlinsturm auf, in dessen Fachwerkgeschoss einst der Namensgeber, Turmwächter und Gerber Hans Bäuerlin wohnte. Mit der Silhouette der historischen Altstadt bietet er ein wunderschönes Fotomotiv vor den Toren der Stadt. 

In unmittelbarere Nähe folgen die festungsartige Stadtmühle, die einzigartig als Wehrmühle in die Befestigung der Stadt eingebunden war und das Nördlinger Tor, das den Südosten der Stadt gegen Angriffe sicherte. Heute beheimatet die Stadtmühle neben dem Museum der 3. Dimension auch die Proberäume der Dinkelsbühler Knabenkapelle. Die Krautbeete vor dem Nördlinger Tor werden seit dem 19. Jahrhundert zu gleichen Teilen an sozial schwache, evangelische und katholische Bürger verpachtet. 

Blick auf die Stadtmauer Dinkelsbühl & den BäuerlinsturmSchöne runde Formationen sind die drei hintereinander folgenden Türme: der Salwarten-, der Krugs- und der Hertlesturm. Dieser Abschnitt der Stadtmauer war besonders gefährdet, deshalb musste man sich hier mit zahlreichen Türmen verteidigen. Deswegen folgen auf diesem Mauerabschnitt bis zum dritten Stadttor, dem Segringer Tor, noch weitere fünf Türme. Hier findet man die typisch eckigen Wehrbauten, wie den Wächtersturm, den Berlinsturm, den Weißen Turm und den Hagelsturm. Zwischendrin steht der kleine Haymersturm. Dieser Rundturm hat ein achtseitiges Zeltdach und im Inneren Jugenstil- Malereien aus den 1870er-Jahren, die einen Pavillon, Vögel und Schmetterlinge in schöner Landschaft zeigen.

Das dritte Stadttor ist das Segringer Tor. Es weicht in seiner Bauweise von den anderen Toren ab. Mit einer Zwiebelkuppel und einem zierlichen Turm unterscheidet sich das Tor optisch sehr deutlich von den anderen Stadttoren. Es wurde im Jahr 1648 bei der Belagerung durch schwedische Streitkräfte beschädigt, stürzte später ein und wurde 1655 im Barockstil rekonstruiert.

Über den Dreikönigturm und den Grünen Turm gelanst du zu unser letzten Etappe: dem Faultum und dem Rothenburger Tor. Wunderschön gelegen am Rothenburger Weiher ist der Faulturm eine unserer Lieblingsecken der Stadt Dinkelsbühl. Mit einem tollen Blick auf die Altstadt, das Rothenburger Tor und den Faulturm lädt das Ufer mit dem Pavillion zum Entspannen und Verweilen ein. 

Was ist dein Lieblingsturm in Dinkelsbühl? Oder hast du unseren Rundweg ausprobiert? Lass es uns wissen und schreib uns eine Nachricht oder hinterlasse einen Kommentar!

Julia & Sandra


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